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REFLECTING POOL

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Im selben Raum zeigt Werner erste Ergebnisse ihres aktuellen Projektes Reflecting
Pools (2017), welches sich mit Erinnerungskultur am Ground Zero in New York beschäftigt.
Adäquate Erinnerung war bereits in Neues Europa ein Thema, man könnte
meinen, dass das Heft selbst ein Vorschlag für eine neue Form des Gedenkens
wäre. In New York stellt sich die Aufgabe der Verarbeitung oder der Verwaltung des
Traumas noch in einem größeren Maßstab. Bei näherer Betrachtung verraten Christina
Werners Fotografien einer scheinbaren Normalisierung eine massive Präsenz
von Polizeikräften und starke Eingriffe in den öffentlichen Raum – z.B. in Form
von Absperrungen und Bollern – sowie patriotische Selbstdarstellung in Form
der Omnipräsenz der amerikanischen Flagge. Kombiniert werden die Bilder an
der Wand und das Fotobuch mit einem Video, welches u.a. Aussagen von Donald
Trump unmittelbar nach 9/11 in einer Tonspur wiedergibt, dass etwas wiederaufgebaut
werden müsse, das „groß und majestätisch“ sei. Erneut konstituiert sich Herrschaft
über Märtyrer und die Indienstnahme dramatischer Ereignisse wie terroristische
Anschläge für die jeweiligen politischen Ziele.

Hemma Schmutz
Auszug aus dem Heft "Bilder", 296/2017